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      SICAR

      Die auf Basis des modifizierten Gesetzes vom 15. Juni 2004 geschaffene Investmentgesellschaft für Investitionen in Risikokapital (Société d’investissement en capital à risque - SICAR) dient in ihrem besonderen Geschäftsfeld als Ergänzung zu Investmentfonds. Sie dient als maßgeschneidertes Instrument für Investitionen in Risikokapital und Private Equity.

      Eine SICAR investiert ihr Vermögen zu wesentlichen Teilen in Risikokapital mit dem Ziel, dass die Anleger im Gegenzug die Früchte des von ihnen unterstützten Risiko-Investments ernten können. Eine Investition in Risikokapital besteht drin, einem Unternehmen direkt oder indirekt Mittel zur Verfügung zu stellen, um dieses in seiner Anlaufphase, bei seiner Entwicklung oder bei einem Gang an die Börse zu unterstützen.

      Investments in eine SICAR müssen also zwei Kriterien erfüllen: das des "erhöhten Risikos" (z.B. durch eine geringere Liquidität bei nicht-börsennotierten Unternehmen) und die Absicht das Unternehmen, in welches investiert wird, weiter zu entwickeln. Letzteres kann verschiedene Ausprägungen annehmen: Restrukturierung, Modernisierung oder Entwicklung neuer Produkte oder Maßnahmen zur besseren Ressourcenverwendung.

      Eine SICAR ist nicht verpflichtet, bei der Auswahl ihrer Investitionen das Prinzip der Risikostreuung zu beachten. Eine SICAR könnte also in lediglich ein einziges Unternehmen investieren, das in einem engen Marktsegment tätig ist, wie z.B. im Bereich der Biotechnologie oder der geologischen Prospektion..

      Der Initiator einer SICAR hat die Wahl zwischen fünf Rechtsformen: einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), einer Aktiengesellschaft (AG), einer einfachen Kommanditgesellschaft (KG) oder einer als Aktiengesellschaft organisierten Genossenschaft (Société Coopérative organisée comme une Société Anonyme - SCoSA). Eine SICAR kann entweder mit fixem oder variablem Kapital ausgestattet sein. Das erforderliche Mindestkapital hängt von der gewählten Rechtsform ab.

      Jede dieser Gesellschaften hat eine von ihren Investoren getrennte Rechtspersönlichkeit. Dem Namen der Gesellschaft muss das Kürzel „SICAR“ angefügt werden.

      Eine SICAR kann als Dachfonds (mehrfach untergliederter Fonds, der verschiedene Unterfonds enthält) aufgelegt werden, was es einer Private Equity Firma erlaubt, in einer einzigen juristischen Struktur unterschiedliche Anlagestrategien zu vereinen oder den spezifischen Interessen unterschiedlicher Investoren Rechnung zu tragen.

      Eine SICAR wird üblicherweise auf unbestimmte Zeit gegründet und muss daher Ausstiegsmechanismen für die Anteilseigner vorsehen. Nur qualifizierte Anleger dürfen in eine SICAR investieren.

      Eine SICAR unterliegt der Zulassung und Überwachung durch die Bankenaufsicht Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF).