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      Spezialfonds (FIS)

      Wesentliche Merkmale der Spezialfonds (Fonds d’investissement spécialisés – FIS) sind der Verzicht auf jegliche Beschränkungen bezüglich der Aktiva, in die sie investieren können, und eine weniger strenge Aufsicht.

      Da sie in alle Arten von Aktiva investieren können, eignen sich Spezialfonds sowohl für die Auflage von traditionellen Wertpapier- oder Geldmarktfonds als auch zum Auflegen von Immobilienfonds, alternativen Fonds (Hedge-Fonds) oder Risikokapitalfonds. Die Spezialfonds müssen ihr Anlageportfolio aktiv verwalten.

      Aufgrund des niedrigen Anlegerschutzes sind diese Spezialfonds nicht für ein breites Publikum gedacht. Sie sind "erfahrenen" Anlegern vorbehalten, die entsprechend ihren spezifischen Bedürfnissen und gestützt auf ihre lange Erfahrung bei ihren Investitionen eine maximale Flexibilität anstreben.

      Unter "erfahrenen Anlegern" versteht der Gesetzgeber institutionelle und professionelle Anleger sowie jeden anderen Anleger, der schriftlich bestätigt, dass er als "qualifizierter Anleger" anzusehen ist und der entweder mindestens 125.000 Euro investiert oder eine schriftliche Bestätigung eines Kreditinstituts, einer Investment- oder einer Managementgesellschaft vorlegt, dass sein Wissen und seine Erfahrung ausreichen, um ein Investment in einen Spezialfonds beurteilen zu können.

      Spezialfonds haben weniger strenge Offenlegungspflichten als Publikumsfonds und sie profitieren von einer weniger strengen Reglementierung ihrer Aktivitäten. Sie sind jedoch verpflichtet, ein angemessenes Risikomanagementsystem einzurichten, um die mit dem Investmentportfolio verbunden Risiken kontinuierlich zu überwachen, zu bewerten und zu steuern. Sie müssen auch so aufgestellt sein, dass Interessenkonflikte zwischen dem Fonds und den Investoren weitestgehend vermieden werden. Die Übertragung von Aufgaben an Dritte unterliegt bestimmten Bedingungen.

      Genau wie Publikumsfonds müssen Spezialfonds das Prinzip der Risikodiversifizierung beachten, jedoch sieht das Gesetz keine quantitativen Beschränkungen der Anlagen vor.

      Spezialfonds können auch als Dach-Struktur mit Teilfonds aufgelegt werden. Sie können eine unbegrenzte Zahl an Anteilsklassen auflegen, was es jedem Fonds und Teilfonds erlaubt, den spezifischen Bedürfnissen und Vorlieben der anzusprechenden Investoren Rechnung zu tragen. Ein Fondsinitiator ist nicht erforderlich.

      Als reglementiertes Anlagevehikel müssen Spezialfonds von der Bankenaufsicht Commission de surveillance du secteur financier (CSSF) zugelassen werden und unterliegen deren Aufsicht.