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      PSF

      Der luxemburgische Gesetzgeber hat sämtliche Personen und Unternehmen, die einer gewerblichen Tätigkeit im Finanzsektor nachgehen, einer Zulassung und Ueberwachung durch die Aufsichtsbehörde des Finanzsektors (Commission de surveillance du secteur financier - CSSF) unterworfen. Neben den Kreditinstituten betrifft dies eine breite Palette an "Gewerbetreibenden des Finanzsektors" (Professionnels du secteur financier – PSF). Zu ihnen gehören Anlagefirmen, spezialisierte Dienstleister sowie PSF, die operative, unterstützende Dienstleistungen erbringen.

      Als Anlagefirmen gelten Anlageberater, Finanzmakler, Kommissionäre, Vermögensverwalter, Gewerbetreibende, die auf eigene Rechnung handeln, Market Maker, feste Übernehmer (preneurs fermes), Vertriebsgesellschaften von Anteilen an Investmentfonds, Finanzintermediäre sowie Investmentgesellschaften, die ein multilaterales Handelssystem (Multilateral Trading Facility - MTF) in Luxemburg betreiben.

      Zu den spezialisierten PSF gehören Registerführer, gewerbliche Verwahrstellen von Finanzinstrumenten, Betreiber eines in Luxemburg zugelassenen geregelten Marktes, Betreiber von Zahlungssystemen oder Clearingsystemen für Wertpapiertransaktionen, Devisenhändler, Forderungsinkasso, Gewerbetreibende, die Kreditgeschäfte oder Wertpapierleihgeschäfte tätigen, Gewerbetreibende, die Geldtransferdienstleistungen erbringen, Verwalter von Anlagefonds, Verwalter von OGA, die nicht in den Geltungsbereich der OGAW-Richtlinien fallen, Domizilierungsstellen für Gesellschaften sowie Gewerbetreibende, die Dienstleistungen im Rahmen der Gründung und Verwaltung von Gesellschaften erbringen.

      Als PSF mit unterstützenden Dienstleistungen gelten Kundenkommunikationsstellen, Verwaltungsstellen des Finanzsektors, Betreiber von primären IT-Systemen des Finanzsektors sowie Betreiber von sekundären IT-Systemen und Kommunikationsnetzen des Finanzsektors.

      Im Gegensatz zu den spezialisierten Gewerbetreibenden und den unterstützenden PSF verfügen die in Luxemburg zugelassenen Anlagefirmen über den "europäischen Pass", der es ihnen erlaubt, ihre Dienstleistungen in allen Mitgliedsländern der europäischen Union anzubieten.

      Indem er eine Reihe technischer, administrativer und kommunikativer Tätigkeiten einer behördlichen Aufsicht unterwarf, wollte der Gesetzgeber die Auslagerung nicht strategisch wichtiger Tätigkeiten fördern und gleichzeitig ein hohes Qualitätsniveau der erbrachten Dienstleistungen sowie die im Finanzsektor verlangte Vertraulichkeit gewährleisten.

      Unterstützende PSF

      Um das Outsourcing gewisser Nebentätigkeiten im Finanzsektor an spezialisierte Dienstleister zu erleichtern, hat die Luxemburger Regierung Unternehmen, die als Zulieferer für die Finanzinstitute tätig sind, einer spezifischen Gesetzgebung unterworfen.

      So wurde 2003 das Statut des Gewerbetreibenden des Finanzsektors (Professionnel du secteur financier – PSF) auf Unternehmen ausgeweitet, die operative Dienstleistungen erbringen und dabei Zugang zu vertraulichen Daten bekommen.

      Um aus praktischer Sicht die PSF, die ausschließlich operative Dienstleistungen erbringen, von anderen Dienstleistern mit PSF-Status, wie z.B. Vermögensverwaltern, unterscheiden zu können, wurden kürzlich vier PSF-Kategorien unter dem Oberbegriff "unterstützende PSF" (PSF de support) zusammengefasst:

      • Kundenkommunikationsstellen (agents de communication à la clientèle),
      • Verwaltungsstellen des Finanzsektors,
      • Betreiber von primären IT-Systemen des Finanzsektors,
      • Betreiber von sekundären IT-Systemen und Kommunikationsnetzen des Finanzsektors.

      Diese Dienstleister unterliegen den gleichen Regularien und Kontrollen wie die Finanzinstitute selbst, wodurch operationelle Risiken reduziert werden und die erwartete Vertraulichkeit gewährleistet wird.

      Das Gesetz verlangt, dass diese Dienstleister die sehr strengen Anforderungen an die Rechnungsprüfung erfüllen und alles daran setzen, die Vertraulichkeit der Daten, die sie von ihren Kunden erhalten, sicher zu stellen.

      Diese spezifisch luxemburgische Vorgehensweise hat dazu beigetragen, ein Kompetenzzentrum für das reglementierte Outsourcing bestimmter Aktivitäten aufzubauen und es für Finanzinstitute noch interessanter zu machen, ihre technischen Aktivitäten in Luxemburg zu konzentrieren.